PFARRHAUS ALTISHOFEN

Auftragsart
Projektwettbewerb auf Einladung, 2021
2.Rang

Auftraggeberschaft
Katholischer Kirchgemeinde Altishofen-Nebikon

Zusammenarbeit
ARGE mit Wey Architekten, Sursee

Projekt
Aufgabe: Ortsbildverträgliche Sanierungs- oder Erweiterungsstrategie des Pfarrhauses in Altishofen, Umgang mit dem historischen Bestand, Grobkostenschätzung.

Zugang Südseite

Zeitgemässes Wohnen in einem Baudenkmal
Das Pfarrhaus ist seit drei Jahrhunderten ein prägender Bau innerhalb des historischen, geschützten Altishofer Ortsbildes und ein architektonisch schützenswertes Baudenkmal. Der Erhaltung seiner Erscheinung und Fernwirkung als stattlicher, solitär in der Landschaft stehender Punktbau wird deshalb höchste Priorität beigemessen. Eine äussere Erweiterung würde diese Wirkung beeinträchtigen, weshalb das Pfarrhaus nach innen erweitert und verdichtet wird. Der wichtige Identitätsträger im Altishofer Dorfbild behält seinen ursprünglichen Charakter.

Gartenraum mit Laube
Pfarrhaus behält seine charakteristischen Eigenschaften

Gezielte Eingriffe schaffen zwei zeitgenössische Wohnungen, ohne das Wesen und die Erscheinung des Hauses zu verändern. Die wenigen architektonischen Eingriffe ordnen sich der historischen Gesamtwirkung unter und beschränken sich aussen auf die rückseitige Südwest-Fassade. Das Pfarrhaus behält seinen Charakter als freistehender Solitärbau in der Hügellandschaft. Die meisten Eingriffe sind additiver Natur und können als zeitgenössische Architektur abgelesen werden. Trotzdem entsteht ein architektonisches Ganzes, welches dem Wesen des vorgefundenen Gebäudes entspricht.

Dachraum
Innere Verdichtung
Im bisher ungenutzten Dachstock kann mit einer simplen Holzkonstruktion neue Wohnfläche geschaffen werden, ohne die Struktur des Daches zu verändern. Der überraschende, konische „Lichtkamin“ verbirgt sich als Geheimnis im Dach und bringt Licht in die Tiefe des Raumes.
 
Eine neue private Terrasse und ein Gartenzugang bietet eine direkte Verbindung aus der Küche zum privaten Aussenraum. Jeweils zwei Badezimmer pro Wohnung, ein Waschturm, Keller und eine Garderobe heben das Raumangebot der Wohnung auf einen heutigen Standard.

Statt das Pfarrhaus nach aussen zu erweitern, wird das Innere durch eine kluge Neuorganisation und Umnutzung verdichtet und aufgewertet.

Situation

Freier Blick auf den Ziergarten und die Alpen
Der barocke Ziergarten erstreckt sich streng geometrisch süd-östlich des Pfarrhauses in der Verlängerung der Gebäudeachse. Dieses besondere repräsentative Element gehört zur Architektur des Pfarrhauses und erinnert an den ehemaligen Status und die Aufgaben des Pfarrers und wird ebenso erhalten. Die Blickachse über den Ziergarten hinweg in die Alpen wird heute von mehreren grossen Bäumen verdeckt. Um diesen Blickbezug wieder herzustellen, wird vorgeschlagen, die Tanne zu fällen.